>Bergischer Geschichtsverein - Abteilung Velbert-Hardenberg e.V.

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Neviges (bis 1975)


1115

Graf Adolf 11. von Berg ist im Besitz der Vogtei der Abtei Werden. Über diese Vogtei und die Vogtei über das Stift Kaiserswerth gelangt Berg im Gebiet südlich der Ruhr in den Besitz der Landesherrschaft.


1145

Graf Hermann von Hardenberg ist Besitzer der gleichnamigen Herrschaft.


um 1150

Ersterwähnung von Neviges als Navagis.


1220

Stiftung einer Priesterbruderschaft durch die Witwe Hellenburgis und ihren Sohn Hermann von Hardenberg in der Kirche von Neviges.


1343

Ersterwähnung des Landgerichtes Hardenberg.


1354

Verkauf der Herrschaft Hardenberg durch Heinrich von Hardenberg und seinen gleichnamigen Sohn an Graf Gerhard I. von Jülich-Berg. Die Herrschaft ist bis zur Umbildung in eine bergische Unterherrschaft 1496 häufig verpfändet.


1380

Die Grafen von Berg erhalten die Herzogswürde.


1496

Amtmann Bertram von Gevertzhain, genannt Lützerode, erhält nach Ablösung der Pfandschaften Hardenberg von Herzog Wilhelm III. von Jülich-Berg als erbliche Unterherrschaft zu Lehen.


1529

Übergang der Herrschaft Hardenberg an die mit den bisherigen Lehnsnehmern verwandte Familie von Bernsau.


1551

Hardenbergs Untertanen erkaufen sich das Recht, ohne Einspruch der Herrschaft heiraten zu dürfen.


Nach 1570

Übergang der Bevölkerung von Velbert, Neviges und Langenberg zum Protestantismus.


1589

Erste Bergische Synode der Reformierten in Neviges.


1609

Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg und Johann Sigmund von Brandenburg treten gemeinsam das Erbe in den Vereinigten Herzogtümern an.


1614

Nach dem Xantener Vertrag erhalten Wolfgang Wilhelm Jülich und Berg und der Brandenburger Kleve, Mark und Ravensberg bis zur endgültigen Regelung (1666) zur vorläufigen Verwaltung.


1649

Der reformierte Herr von Hardenberg Johann Sigismund konvertiert zum Katholizismus.


1681

Erste Wallfahrt nach Hardenberg-Neviges durch Ferdinand von Fürstenberg.


1670

Weihe der katholischen Annakirche in Neviges, 1685 um die Gnadenkapelle erweitert, 1728 durch die noch bestehende Klosterkirche St. Mariä Empfängnis ersetzt.


1676

Übernahme der Seelsorge durch Franziskaner.


1680

Grundsteinlegung des Klosters Hardenberg.


1681

Wallfahrt des Fürstbischofs Ferdinand von Fürstenberg zum Bildnis der Maria als unbefleckt Empfangene.


1694

Drei jüdische Familien sind in der Herrschaft Hardenberg ansässig.


1785

Errichtung der lutherischen Gemeinde in Neviges.


1803

Aufhebungsverfügung für die rechtsrheinischen Klöster. Bis 1806 kann die Aufhebung des Klosters Hardenberg verhindert werden.


1806

Der in München residierende bergische Landesherr Maximilian Joseph von Pfalz-Zweibrücken verzichtet auf seine Rechte in Berg und bekommt dafür das zuvor zu Preußen gehörende Ansbach und den Titel eines Königs von Bayern.


1806

Hardenberg wird Bürgermeisterei („Mairie“) im Großherzogtum Berg.


1806

Hardenberg wird Teil des französischen Großherzogtums Berg: Munizipalität mit einem Direktor an der Spitze, später Mairie. Die französische Herrschaft endet 1813.


1815

Mit dem Wiener Kongress (1814/15) wird das ehemalige Großherzogtum Berg preußisch.


1830/31

Schmalspurbahn von Überruhr nach Nierenhof; 7,5 Kilometer lang, als Kohlenbahn von einer Aktiengesellschaft betrieben (Prinz-Wilhelm-Bahn, 1854 verstaatlicht).


1845

Tumulte beim Weiterbau der Prinz-Wilhelm-Bahn


1847

Eisenbahn über Nierenhof hinaus nach Langenberg, Neviges und Vohwinkel, dort Anschluss an die Bahn Düsseldorf-Elberfeld.


1848/49

Revolution in Deutschland - nicht in Hardenberg.


1858

Trennung der Stadt Langenberg von der Landgemeinde Hardenberg.


1861

Die Firma David Peters legt mit der Unterstützungskasse für Krankheit und Sterbefälle den Grundstein zu einem betrieblichen Sozialversicherungssystem.


1867

Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins in Neviges.


1875

Aufhebung des Franziskanerklosters in Neviges im Zuge des Kulturkampfes (Wiedereröffnung 1886).


1897

Anschluss von Neviges an das Elberfelder Straßenbahnnetz.


1906

Erstmals vier Abgeordnete der SPD im Gemeinderat von Neviges.


1914

Die Landgemeinde Hardenberg-Neviges hat 13.225 Einwohner.


Juli/August 1914

Preissteigerungen, Panikkäufe von Lebensmitteln, Run auf Sperrkonten, Silber- und Goldmünzen.


November 1914

Beginn des Stellungskrieges im Westen.


Ab 1915

Staatliche Lebensmittelrationierung, Schwarzmarkt


1915

In Neviges gründet Ernst Schwalfenberg das Eisenwerk.


1915

Betriebsstilllegung der Firma Wilhelm Mittelmann in Neviges wegen Rohstoffmangels.


1916

88.000 Pilger in Neviges zu Besuch.


1916/1917

Steckrübenwinter


1917

45.000 Pilger in Neviges zu Besuch.


2. Juni 1917

Die »Velberter Zeitung« ruft auf zum »Opfertag für unsere U-Bootbesatzungen« und lobt den Einsatz der deutschen U-Boote.


4. Juni 1917

Diebstahl von Lebensmitteln, Tabak, Zigarren aus dem Lager der »Konsumgenossenschaft Haushalt« in Velbert.


11. November 1918

Arbeiter- und Soldatenrat, Novemberrevolution. Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages zu Compiègne.


10./11. November 1918

Revolution in Langenberg, Neviges und Velbert - Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten.


9. September 1922

Neviges wird Stadt: Verleihung der Rheinischen Städteordnung.


Januar 1923 – Juli 1925

»Ruhrbesetzung« durch französische und belgische Streitkräfte: Langenberg, Neviges und Velbert gehören zum besetzten Gebiet.


1923

Hyperinflation - Not und Elend für zahlreiche Arbeitslose, gewalttätige Demonstrationen.


Mai 1925

Typhusepidemie in Neviges - bis 1929 gibt es weitere Krankheitsfälle.


1925

»Jahrtausendfeiern« in Neviges und Velbert.


1926

Baubeginn der Kanalisation in Neviges - eine Folge der Typhusepidemie. Ehrgeizige, moderne Stadtplanung in Neviges durch Stadtbaumeister Henry Prahl.


1927 – 1929

Kommunale Neugliederung im Regierungsbezirk Düsseldorf.


1928

Teile von Nordrath, Richrath, Vossnacken, Wallmichrath und Windrath werden von Hardenberg-Neviges nach Langenberg umgemeindet. Die Bauernschaft Rottberg, der Großteil von Richrath und ein Gebietsstreifen von Vossnacken gehen an Velbert.


1930 – 1932

Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise treffen die drei Städte mit aller Härte - Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Elend und Hunger; Anstieg der städtischen Wohlfahrtsausgaben, Einbruch des Steueraufkommens.


1930 – 1933

Politische Radikalisierung: Aufstieg der NSDAP zur Massenbewegung.


1931

250-jähriges Jubiläum der Wallfahrt in Neviges - allein am 3. Mai werden 15.000 Pilger gezählt.


1932

Höhepunkt der Wirtschaftskrise in den drei Städten.


Januar 1933

In den drei Städten kommt es zu Schlägereien und Schießereien zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten.


28. Februar 1933

Nach dem Reichstagsbrand: Beginn einer Verhaftungswelle gegen etwa 65 Kommunisten in den drei Städten.


28. März – 7. April 1933

Konstituierung der Stadtverordnetenversammlungen, deren Zuständigkeiten an die Beschlussausschüsse übergingen.


April 1933 und März 1934

Aufbau kommunistischer Widerstandsorganisationen in den drei Städten.


4. März 1933

Eingliederung der evangelischen Jugendvereine in die Hitlerjugend.


12. März 1935

Der Regierungspräsident verordnet den Ortsnamen »Neviges«.


28. Oktober – 5. November 1935

Einführung der Deutschen Gemeindeordnung: Aufhebung des Gemeindewahlrechts, Berufung der ehrenamtlichen Beigeordneten und »Ratsherren« durch den Beauftragten der NSDAP (Kreisleiter Dr. Berns).


12. Dezember 1935

Abschluss der Niederbergischen Hochverratsprozesse: Der Zweite Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm verurteilt 87 Kommunisten zu 160 Jahren Zuchthaus und 60 Jahren Gefängnis.


1. Februar 1938

Die Gestapo löst alle katholischen Jungmännervereine auf.


Dezember 1938

Die Siedlungen am Lohmühler Berg und am Gut »Im Holz« in Neviges mit zusammen 32 Siedlerstellen sind fertiggestellt. Der Baubeginn war noch in der Weimarer Zeit Ende August 1932 erfolgt.


März 1939

Die Stadt Neviges erwirbt das Schloss Hardenberg.


Ostern 1939

Aufhebung der Konfessionsschulen in den drei Städten.


1. September 1939

Ausbruch des Zweiten Weltkrieges durch den deutschen Angriff auf Polen.


Juni 1940

Erste Luftangriffe auf Velbert (23./24.) und Neviges (24.).


19. September 1941

Die Velberter Zeitung informiert darüber, dass von Juden der Judenstern getragen werden muss.


31. Januar 1943

Deutsche Niederlage in der Schlacht von Stalingrad.


26. März 1944

Bombenangriff auf Neviges mit zahlreichen Toten und Verletzten.


6. Juni 1944

»D-Day«: Landung der Alliierten in der Normandie.


15. April 1945

Die »Rheinische Landeszeitung«, das Parteiblatt der NSDAP, erscheint zum letzten Mal in Velbert.


15./16. April 1945

Schwere Angriffe der Alliierten auf Neviges: Durch Artilleriebeschuss werden 60 Einwohner getötet.


16. April 1945

Langenberg und Neviges werden von amerikanischen Truppen besetzt.


1945

1. Mai: Unter Aufsicht der amerikanischen Besatzung erscheint das »Amtliche Mitteilungsblatt für Velbert«. 13. Juni: In Neviges werden die amerikanischen Besatzungstruppen durch britische ersetzt. - 17. September: Gründung der CDU Neviges unter dem Namen Christlich-Demokratische Partei (CDP). - 6. Oktober: Gründung der SPD Langenberg. - 7. Oktober: Am Gymnasium in Velbert beginnt der Unterricht wieder.


1946

4. Februar: Gründung des Arbeitgeberverbandes in Velbert. - 18. August: Gründung der Gewerkschaft in Velbert. Erster Vorsitzender wird Hugo Ortmann. - 15. September: Erste Kommunalwahlen nach dem Krieg in Langenberg, Neviges und Velbert. - 16. September: Tagungsbeginn der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland in Velbert.


1948

20. Juni: Währungsreform: Neviges verliert durch den Währungsschnitt über zwei Millionen Reichsmark, die gesamte Rücklage für bevorstehende Investitionen.


1949

14. August: Der erste Bundestagsabgeordnete der drei Städte heißt Gerhard Schröder (CDU). - 15. Oktober: »Velberter Zeitung« und »Langenberger Zeitung« erscheinen wieder.


1952

Februar: Die Straßenbahnlinie 9 auf der Strecke Neviges-Velbert-Werden wird eingestellt. In der Stadt gibt es keine Straßenbahn mehr.


1956

22. September: Sprengung des 40 Meter hohen Wasserturms in Tönisheide (Neviges). - 18. November: Einweihung des neuen Ehrenmals »den Lebenden zur Mahnung« auf dem Gelände der Burgfeldschule in Neviges.


1968

In Neviges wird die von Gottfried Böhm entworfene neue Wallfahrtskirche eingeweiht.


1974

9. März: Der Stadtrat in Neviges entscheidet sich für einen Zusammenschluss mit Langenberg und Velbert und gegen eine Eingemeindung nach Wuppertal.